Unter der Last der Kreditkrise kracht die einstmals führende Sparkasse der USA zusammen, da sie keine liquiden Mittel mehr auftreiben konnte. Mittels Notverkauf konnte noch erreicht werden, dass der Finanzkonzern JPMorgan Chase Teile der stark angeschlagenen Washington Mutual übernahm. Die Bank hatte sich während des Immobilienbooms massiv auf dem Hypothekenmarkt engagiert und auch den Immobilienkredit angeboten. Während staatliche Rettungspakete in Milliardenhöhe geschnürt werden erreicht die Bankenkrise also einen neuen unerfreulichen Höhenpunkt.
Insgesamt verfügt die Washington Mutual über Aktivposten von rund 309 Mrd. Dollar und ist somit die größte der insgesamt 13 Banken die der schweren Krise auf den Finanzmärkten bisher zum Opfer gefallen sind. Da die US-Sparkassenaufsicht erkannte, dass die Bank über keine ausreichende Liquidität mehr verfügt, wurde sie mit sofortiger Wirkung zunächst unter staatliche Kontrolle gestellt. Der darauf folgende Verkauf an JPMorgan hat keinerlei Auswirkungen auf die Einlagen von Sparern und Kunden in Höhe von 190 Mrd. Dollar. Es hieß dass die Filialen wie gewohnt am Freitag ihre Türen öffnen würden.
Die Bankenaufsicht FDIC drängte zu der Übernahme, da es bereits in den vergangenen Monaten zu zwölf Bankenpleiten größeren Ausmaßes kam. Ein weiteres Einspringen mittels Sofortkredit könnte hier von der Bankenaufsicht nicht verkraftet werden. JPMorgan Chase zahlt als drittgrößte Bank der USA 1,9 Milliarden US-Doller (umgerechnet 1,29 Mrd. Euro) und übernimmt dem Finanzkonzern zufolge sämtliche Banken der Washington-Mutual-Gruppe sowie die Washington Mutual FSB inklusive aller Einlagen, Verpflichtungen und Aktiva. Auch die Gesamtschulden sowie das Grundkapital sind in den Kauf mit eingeschlossen, womit die Gläubiger und Aktionäre der Sparkasse komplett leer ausgehen.