Kreditvermittlung - Kredite über Kreditvermittler beantragen
Wenn ein Kredit benötigt wird, fühlt sich mancher Verbraucher überfordert. Die einfachste Überlegung wäre hier der online Kreditvergleich. Möchte der Kunde allerdings persönlichen Kontakt haben, weiß er meist nicht, an welche Bank er sich wenden kann, welche Unterlagen benötigt werden, schon gar nicht, wie diese nachvollziehbar aufbereitet werden sollten und wundert sich, wenn er nach einem ersten Gespräch mit einer Bank mit Fragen gelöchert oder gar abgewiesen wird.
Persönliche Kontakte und Marktüberblick des Kreditvermittlers nutzen
In dieser Situation kann eine Kreditvermittlung wertvolle Dienste leisten. Ein seriös arbeitender Kreditvermittler kennt das Spektrum der am Markt aktuell angebotenen Zinssätze und kann dazu beitragen, dass sein Kunde aus Unwissen und falscher Information keinen überteuerten Kreditvertrag unterschreibt.
Der Kreditvermittler unterhält Kontakte zu verschiedenen Banken und kennt teils die zuständigen Kreditsachbearbeiter persönlich. Er weiß im Detail, auf welche Aspekte besonders Wert gelegt wird.
Ordnung der Darlehensantragsunterlagen der Kreditvermittlung übertragen
Es gehört zu den Aufgaben des Kreditvermittlers, die für einen Darlehensantrag notwendigen Unterlagen zur Einkommens- und Vermögenssituation seines Kunden zu sichten, zu ordnen und so zusammen zu stellen, dass sie für die Bank übersichtlich, schnell und aussagekräftig nachvollzogen werden können.
Dies motiviert den Banksachbearbeiter, sich mit dem Antrag zu beschäftigen und ihn schnellst möglich abzuarbeiten. Wichtig ist, auch die von den Banken geforderte Selbstauskunft wahrheitsgemäß auszufertigen und eventuell negativ erscheinende Angaben ins rechte Licht zu setzen oder mit einer nachvollziehbaren Begründung zu erläutern.
Der Kreditvermittler weiß aufgrund seiner Erfahrungen, bei welcher Bank ein bestimmter Kreditantrag am sinnvollsten einzureichen ist und wo es keinen Sinn macht. Vor allem dann, wenn er bei einer bestimmten Bank bereits einige gute Kunden platziert hat, hat er sich einen Vertrauensvorschuss erworben, der seinem aktuellen Kunden zugute kommt. Die Bank geht dann davon aus, dass der Kreditvermittler den Kunden schon soweit vorgeprüft hat, dass einer Darlehensbewilligung grundsätzlich nichts im Wege steht.
Kreditvermittler zum Ansprechpartner der Bank machen
Der Kreditvermittler kann sich dann regelmäßig nach dem Stand der Bearbeitung erkundigen, kann aufkommende Fragen vorab beantworten und die Erstelllung eines Darlehensantrags in optimaler Weise vorbereiten. Letztlich begleitet er den Kunden bis zur Auszahlung des Darlehens und steht für Fragen zur Verfügung, ohne dass der Kunde den Banksachbearbeiter persönlich ansprechen muss und im ungünstigsten Fall vielleicht sogar die Bewilligung des Kredits gefährdet.
Eine unseriöse Kreditvermittlung erkennen
Wichtig für einen Interessenten ist, dass er die richtige Kreditvermittlung findet und nicht auf eines dieser unseriösen Schafe hereinfällt, die es in jeder Branche gibt. Ein seriöser Kreditvermittler offenbart seine persönlichen Daten und versteckt sich nicht hinter einer bloßen Handynummer oder einer anonymen E-Mail-Adresse.
Wenn die Telefonvorwahl eine gebührenpflichtige 0190- oder 0900-Nummer beinhaltet, verdient der Anbieter seinen Lebensunterhalt wohl eher mit den Telefongebühren. Die Angabe einer im Ausland ansässigen Limited oder S.A. weist darauf hin, dass der Anbieter im Inland im Problemfall kaum ansprechbar oder gar greifbar sein wird.
Wer die Kreditunterlagen nur gegen Zahlung einer Nachnahmegebühr verfügbar macht, ist unseriös. Ein Kreditvermittler verdient sein ehrliches Geld dann, wenn er das Darlehen vermittelt hat. Das Gleiche gilt, wenn Vorkosten als Aufwendungsersatz verlangt werden.
Angebote zu zins- und tilgungsfreien Krediten, Kredite für Arbeitslose oder Kredite aus dem Ausland und von Privaten Geldgebern zu marktunüblichen Zinsen sind fast immer Augenwischerei. Die Anbieter spielen mit der Illusion der Interessenten, selbst einmal das große Los zu ziehen.
Kreditvermittlung ist nach GewO erlaubnispflichtig
Ein seriöser Kreditvermittler benötigt in Deutschland eine besondere behördliche Erlaubnis gemäß § 34 c Gewerbeordnung. Nur dann darf er tätig werden. Die Erlaubnis wird einem Antragsteller nur erteilt, wenn er zuverlässig ist.
Wer wegen eines Verbrechens oder wegen Vermögensdelikten wie Betrug, Unterschlagung, Untreue oder einer Insolvenzstraftat vorbestraft ist, gilt fünf Jahre lang als unzuverlässig. Außerdem müssen die Vermögensverhältnisse geordnet sein. Es darf keine Insolvenz oder eine eidesstattliche Versicherung vorliegen.
Selbst derjenige, der nur die Kundendaten an eine Bank oder einen anderen Kreditvermittler weiterleitet, bedarf einer solchen Erlaubnis, da nach dem Gesetz bereits die Gelegenheit zum Abschluss eines Darlehensvertrags ausreicht.
Pflichtangaben im Kreditvermittlungsvertrag
Der seriöse Kreditvermittler muss mit seinem Kunden einen schriftlichen Vertrag schließen. Die Vorgaben finden sich in §§ 655 a ff BGB. Danach muss der Kreditvermittler den Kunden informieren über:
- seine persönlichen Daten wie Name und Anschrift,
- die Höhe der an ihn zu zahlenden Provision,
- ob auch der Darlehensgeber eine Provision an ihn zahlt,
- ob er für einen oder mehrere Darlehensgeber arbeitet und wie er in deren Aufgabenbereich eingebunden ist,
- Nebenentgelte, die er im Detail zusätzlich zur Provision als Aufwendungsersatz verlangt, sowie deren Höhe (Fahrtkosten je Kilometer, Porto) oder einen Höchstbetrag (Pauschale), wenn die einzelnen Beträge noch nicht bezeichnet werden können.
Der Höchstbetrag ist der Höhe nach nicht vorgegeben und muss individuell vereinbart werden. Andere Entgelte darf der Kreditvermittler nicht berechnen.
Provision für Kreditvermittlung ist erfolgsabhängig
Im Übrigen ist der Kreditvermittlungsvertrag ein Mäklervertrag gemäß § 652 BGB. Danach bestimmt sich die Höhe der Provision danach was üblich ist und ist letztlich frei verhandelbar. Sie bewegt sich meist zwischen 1 bis 3 Prozent der Kreditsumme.
Der Darlehensnehmer muss die vereinbarte Provision für die Vermittlung des Darlehens nur im Erfolgsfall zahlen, wenn das Darlehen tatsächlich zur Auszahlung gelangt.
Widerreufsrecht bei Kreditverträgen
Wenn er jedoch von seinem gesetzlichen Widerrufsrecht Gebrauch macht, entfällt der Provisionsanspruch des Kreditvermittlers. Der Darlehensnehmer kann bis zu zwei Wochen nach der Darlehensvertragsunterzeichnung ohne Angabe von Gründen den Darlehensvertrag gegenüber der Bank widerrufen.
Befreiung von der Umsatzsteuer bei Kreditvermittlung
Die an den Kreditvermittler zu zahlende Provision für die erfolgreiche Kreditvermittlung ist gemäß § 4 Nr. 8a UStG von der Umsatzsteuer befreit.
Kreditvermittlungsauftrag kann jederzeit beendet werden
Der Kreditvermittler kann von seinem Kunden auch keinen Schadensersatz fordern, wenn dieser die Vermittlungsbemühungen grundlos abbricht. Beim Mäklervertrag handelt es sich um ein Vertrauensverhältnis, das von jeder Partei jederzeit ohne Angabe von Gründen beendet werden kann.
Es kommt allenfalls die Vereinbarung in Betracht, dass die ordentliche Kündigung für einen bestimmten Zeitraum ausgeschlossen ist. Das Recht zur fristlosen Kündigung aus einem wichtigen Grund bleibt davon unberührt. Im Erfolgsfall kommt der Kreditvertrag zwischen Kunde und Bank zustande, der Auftrag des Kreditvermittlers ist damit erfüllt und endet.
Aufwendungsersatz nur gegen Nachweis
Der Kreditvermittler kann dann allenfalls den im Detail vereinbaren Aufwendungsersatz verlangen, wenn er anhand von Quittungen Fahrkosten und Parkgebühren oder ähnliches nachweist oder sich bei einem tatsächlichen Arbeitsanfall auf die Pauschale beruft, sofern diese in Anbetracht seines Aufwandes angemessen erscheint.
Ein Honorar für die nicht zum Erfolge führende Zurverfügungstellung seiner Kompetenz und Zeit darf er nicht verlangen, da dieser Aufwand nur mit seiner Erfolgsprovision für die Kreditvermittlung abgedeckt wird.
Einen Vorschuss kann der Vermittler allenfalls in Bezug auf die ihm entstehenden Aufwendungen verlangen, soweit diese tatsächlich aus gegebenem Anlass zu erwarten sind und angemessen erscheinen.
Provisionsforderung bei Umschuldung nur bei Nichterhöhung des Zinssatzes
Das Gesetz bestimmt auch, dass ein Provisionsanspruch nur entsteht, wenn sich bei einer Umschuldungsmaßnahme der effektive Jahreszins gegenüber dem abzulösenden Kredit nicht erhöht.
Dabei fließt die Vermittlungsprovision nicht in die Berechnung des effektiven Jahreszinses ein. Maßgebend ist auch der anfänglich effektive Jahreszins, der sich nur auf die erste Zinsbindungsfrist bezieht.
Handlungsanweisung für den Kreditinteressenten
Ein seriöser Kreditvermittler bietet seinen Kunden immer einen schriftlichen Vermittlungsvertrag an, der alle notwendigen und vom Gesetz vorgegebenen Informationen enthält und verlangt keine Vorschusszahlung oder überhöhten Aufwendungsersatz für die Kreditvermittlung.
