Kredit Kosten und Gebühren
Kreditnehmer, die bei ihrer Bank ein Darlehen aufnehmen, müssen hierfür natürlich Kosten entrichten. Die wichtigsten Kosten in diesem Zusammenhang sind die Zinskosten. Allerdings können noch weitere Kreditkosten und auch Kreditnebenkosten anfallen, die den Kredit weitaus teuer werden lassen und oft sogar vergessen werden.
Preisangabenverordnung für Kreditinstitute
Die Aufnahme von Krediten ist für viele Kreditnehmer eine enorme Belastung, da die Angebote der Banken oft unübersichtlich und die Kosten oft nur schwer zu überblicken sind. Die Preisangabenverordnung jedoch zwingt die Kreditinstitute, alle anfallenden Kosten und Gebühren, die im Zusammenhang mit einer Kreditaufnahme stehen, anzugeben.
Welche Angaben bei Kreditverträgen nicht fehlen dürfen
Zu den wichtigsten Angaben im Kreditvertrag gehören natürlich die Darlehenssumme sowie der Nominalzins. Weiterhin müssen die Banken aber auch die Bearbeitungsgebühren sowie eventuell anfallende Schätzkosten und Wertermittlungsgebühren aufführen.
Letztlich muss auch der effektive Jahreszins angegeben werden, der auch auf Kreditangeboten bereits enthalten sein muss. Schließlich bietet er die Möglichkeit, unterschiedliche Kreditangebote hinsichtlich ihrer Kosten miteinander zu vergleichen.
Zusätzlich verpflichten sich die Banken aber auch, die Art und Höhe der Sicherheiten im Kreditvertrag anzugeben, die Dauer der bereitstellungsfreien Zeit sowie die Höhe der Bereitstellungsgebühren. Kosten, die im Kreditvertrag nicht genannt sind, müssen vom Kreditnehmer auch nicht entrichtet werden, so der Gesetzestext.
Kredit Kosten der Banken
Die von den Banken erhobenen Kreditkosten sollen in erster Linie deren Aufwand bei der Kreditbearbeitung und der späteren Kreditverwaltung decken. Allerdings sind die Kreditkosten bei den Banken unterschiedlich hoch, einige Institute verzichten sogar gänzlich auf die Erhebung der einen oder anderen Gebühr.
Bearbeitungsgebühren
Die Bearbeitungsgebühren bei Krediten sind die am häufigsten erhobenen Kreditkosten. Sie sollen die Kosten für die Bonitätsprüfung decken, denn die Banken verwenden oft viel Zeit darauf, die Kreditwürdigkeit der Antragsteller genauer unter die Lupe zu nehmen.
Bei der Baufinanzierung beispeilsweise, werden Bearbeitungsgebühren in der Regel zwischen 0,5-1% der Darlehenssumme berechnet. Bei einem Darlehen über 200.000 Euro können so durchaus Kreditkosten von 1.000 – 2.000 Euro anfallen. Mitunter ist es aber auch möglich, mit der Bank eine pauschale Bearbeitungsgebühr, etwa 1.000 Euro, zu vereinbaren.
Disagio
Zu den weiteren Kreditkosten kann auch das Disagio gehören. Hierbei handelt es sich um einen Abschlag vom Nennwert, der mit Auszahlung des Kredites von der Bank einbehalten wird. In den Kreditverträgen kann ein Disagio von 5-10 Prozent vereinbart werden, so dass sich die Auszahlungssumme auf 90-95 Prozent reduziert. Bei einem Darlehen in Höhe von 100.000 Euro würden dann lediglich 90.000 – 95.000 Euro an den Kreditnehmer ausgezahlt.
Gründe für ein Disagio
Das Disagio ist dabei keine Gebühr im eigentlichen Sinne, sondern es handelt sich um eine Zinsvorauszahlung. Der Nominalzins ist deshalb entsprechend niedriger. Bei privaten Baufinanzierungen wird das Disagio in der Regel kaum angewandt, häufiger ist es bei der Finanzierung vermieteter Objekte zu finden, da die Zinsbelastung als Anfangsbelastung steuerlich geltend gemacht werden kann.
Einfluss in den effektiven Jahreszins
Sowohl die Bearbeitungsgebühren wie auch das Disagio fließen in die Berechnung des effektiven Jahreszinses mit ein. Er gibt somit an, wie teuer ein Kredit tatsächlich ist, auch wenn er augenscheinlich mit niedrigen Nominalzinsen vergeben wird.
Allerdings fallen nicht alle von den Banken erhobenen Kreditkosten und mögliche Kreditnebenkosten in den effektiven Jahreszins. Auf diese Kosten sollten Kreditnehmer daher besonders achten.
Schätzkosten
Seit einigen Jahren dürfen die Banken keine Wertermittlungsgebühren mehr erheben, da die Gerichte der Ansicht sind, dass eine Wertermittlung, also die Ermittlung des Objektwertes, im Interesse der Bank ist. Schließlich sichert sie sich durch Eintragung der Grundschuld vor Kreditausfällen ab.
Allerdings werden noch immer von einigen Banken Wertermittlungsgebühren oder Schätzkosten erhoben, die dann separat berechnet werden. Bei besonders großen Finanzierungen, etwa ab 400.000 Euro, fordern einige Institute auch ein Gutachten über den Wert des Hauses. Die hierbei anfallenden Gebühren müssen Kreditnehmer ebenfalls selbst tragen.
Restschuldversicherung
Die Restschuldversicherung ist eine optionale Versicherung, die den Kreditnehmer und seine Familie im Todesfall, bei Arbeitslosigkeit und bei Arbeitsunfähigkeit finanziell absichern kann. Diese Versicherung ist grundsätzlich freiwillig und daher nicht direkt mit dem Kredit verbunden. Aus diesem Grund gehen auch die Gebühren der Restschuldversicherung nicht in die Berechnung des Effektivzinses mit ein.
Kosten der Restschuldversicherung
Die Kosten einer Restschuldversicherung sind abhängig vom Alter und Geschlecht der zu versichernden Person, aber auch von der Höhe des Darlehens sowie der Darlehenslaufzeit. Junge Kreditnehmer, deren Kredit mehr als 20 Jahre Laufzeit aufweist, müssen daher oft mehrere tausend Euro Restschuldversicherung entrichten.
Um die Belastung gering zu halten, finanzieren die Banken diese Kosten natürlich mit, indem sie diese dem Kreditbetrag zurechnen. Hierdurch müssen allerdings auch die Kosten der Restschuldversicherung in monatlichen Raten finanziert werden, zudem sind auch hierfür Zinsen zu tragen.
Bereitstellungszinsen
Die Bereitstellungszinsen sind eine wichtige Kostenposition bei Baufinanzierungsdarlehen, auf die viele Kreditnehmer zu wenig achten. Bereitstellungszinsen fallen an, wenn ein Kredit nicht innerhalb der von der Bank genannten Frist (beispielsweise drei Monate) abgerufen wird. Dann fallen monatliche Zinskosten von 0,25% p.M. an.
Da der Kreditabruf bei Baufinanzierungsdarlehen nur mit entsprechenden Rechnungen der Handwerker oder aber mit Bautenstandsberichten des Architekten möglich ist, kann der Kredit bei einer Bauverzögerung oft nicht abgerufen werden. Dann entsteht für Darlehensnehmer eine Doppelbelastung, die nicht unerheblich ist. Bei der Aufnahme von Baufinanzierungsdarlehen sollte daher auf eine bereitstellungsfreie Zeit von mindestens zwölf Monaten geachtet werden.
Weitere mögliche Kreditkosten der Banken
Zu den weiteren möglichen Kreditkosten der Banken können Kosten für eine vorzeitige Tilgung, für die Sondertilgung oder aber die Ratenaussetzung anfallen. Kreditnehmer, die flexibel bleiben wollen, sollten bei der Wahl ihrer Kredite auch darauf achten, dass die Bank kostenfreie Sondertilgungen bietet, eventuell eine Tilgungsänderungsoption im Vertrag enthalten ist und dass Ratenaussetzungen kostenfrei vorgenommen werden können.
Kreditnebenkosten, die nicht von den Banken erhoben werden
Neben all den genannten Kreditkosten, die in der Regel immer von der Bank berechnet wird, können auch weitere Kreditnebenkosten anfallen. Diese stehen ebenfalls in engem Zusammenhang mit dem Kredit, fallen aber nicht direkt bei der Bank, sondern außerhalb an.
Notar- und Grundbuchkosten
Da z.B. bei Baufinanzierungsdarlehen nahezu immer die Absicherung durch eine Grundschuld gefordert wird, muss diese notariell bestellt und ins Grundbuch eingetragen werden. Die Kosten hierfür richten sich nach der Höhe der Grundschuld, können aber durchaus 300 – 1.000 Euro betragen. Auch das Grundbuchamt berechnet nachfolgend Gebühren, denn die Grundschuld muss schließlich ins Grundbuch übernommen werden.
Nebenkosten für Kreditvermittler
Immer häufiger nehmen Kreditsuchende die Kredite nicht mehr bei ihrer Hausbank oder einer Direktbank auf, sondern wenden sich an Kreditvermittler. Dies hat den Vorteil, dass der Vermittler mehrere Darlehensangebote vergleichen und seinen Kunden das günstigste Angebot bieten kann.
Der Vermittler fordert hierfür allerdings eine Kreditvermittlungsgebühr, die ebenfalls separat berechnet wird. Kreditvermittlungsgebühren sind Verhandlungssache, können bei größeren Darlehenssummen aber wiederum einige hundert Euro Kosten verursachen. Im gleichen Zuge können diese Kreditvermittler, besonders bei größeren Darlehen, enorm Geld sparen, so dass die Kreditvermittlungsgebühren aufgewogen werden.
